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Und es ward Licht!

Die erste Fahrt zur Arbeit verlief problemlos. Ich bin sehr engagiert gefahren, soll heißen, ich habe mit meiner Muskelkraft nicht gespart. Ziel der ersten Pendlerfahrt war es, ein Gefühl für den Stromverbrauch im „Sport-Modus“, der 2. stärksten Stufe zu bekommen. Auffallend war dass sich die Restreichweitenberechnung sehr schnell an das sich ändernde Streckenprofil anpasste. Das Terrain der ersten 10 km ist ausschließlich eben, bzw. minimal fallend. Die Restreichweite wurde in dieser Zeit größer. Da die letzten 150 Meter meiner ersten Testfahrt bis zu mir nach Hause bergauf verliefen, hatte „er“ vielleicht dieses Profil als das in seine Reichweitenberechnungen relevante eingerechnet und begann am nächsten Tag entsprechend „vorsichtig“. Der permanente, leichte Anstieg von Plochingen über Denkendorf bis Plieningen jedoch führte anschließend zur schnellen Abnahme der Restreichweite. Mit dem Ergebnis kann ich trotzdem zufrieden sein. Jedoch, meine Aussage von gestern „Sport-Modus reicht allemal“ wollte ich nun, da ich die Oberschenkel spürte, ein wenig revidieren. Bei der Heimfahrt wollte ich daher den Turbo-Modus benutzen, wenn möglich über die gesamte Distanz.

Strecke: 43 km
Durchschnittsgeschwindigkeit 32,5 km/h
Dauer 1:19 h
Restreichweite: 7 km und 2 Balken am Display
Unterstützungsmodus: 100% Sport


Und es ward Licht!

Die erste Heimfahrt gab Aufschluss über den Verbrauch im Turbo-Modus. Mit einer Restreichweite von 3 km kam ich zu Hause an, und das komplett mit Turbo. „Mission accomplished“. Super, geschafft mit Restreichweite. Und das Beste: ich bin noch nie so sicher schnell gefahren. Das Fahrwerk ist sensationell gut. Freihändig bei 40 km/h kein Problem. Keine Vibrationen. Die genoppten Reifen von Schwalbe (G-One) schmiegen sich dermaßen an den Asphalt, dass man den Eindruck gewinnen könnte, sie würden auf diesem kleben. Zusätzlich mit der Sattelfederung und der Front-Federgabel verleiht das Bike einen absolut sicheren und souveränen Eindruck in Geradeauslauf und in Kurven, auf trockener und nasser Straße. Ich bin erleuchtet worden. Chapeau! Das Roadster touring HS ist Riese&Müller wirklich sehr gelungen.

Durchschnittsgeschwindigkeit 34,6 km/h
Dauer 1:15 h
Restreichweite: 3 km und 1 Balken am Display
Unterstützungsmodus: 100% Turbo


Ziel der 2. Fahrt zur Arbeit tags darauf war herauszufinden, wie viel km Reichweite tatsächlich möglich sind. Restreichweite von 3 km muss nicht unbedingt auch 3 km bedeuten. Ich wollte die Unterstützungsstufen derart variieren, dass der Batterie möglichst nahe am Ziel der Saft ausgeht. Ich startete im Sport-Modus. Nach 2/3 der Fahrt habe ich den Unterstützungsmodus auf „Turbo“ geändert. Am Ende hatte ich laut Computer eine Restreichweite von 3 km. Die tatsächliche Reichweite blieb mir also verborgen.

Durchschnittsgeschwindigkeit 33,7 km/h
Dauer 1:15 h
Restreichweite: 3 km und 1 Balken am Display
Unterstützungsmodus: 2/3 Sport, 1/3 Turbo (Switch nach km 28 mit Restreichweite von 20 km)


Durchschnittsgeschwindigkeit 33,6 km/h
Dauer 1:15 h
Restreichweite: 3 km und 1 Balken am Display
Unterstützungsmodus: 1/2 Sport, 1/2 Turbo (Switch nach km 21 mit Restreichweite von 28 km)

Obwohl ich bei dieser 3. Fahrt den Turbo bereits zur Hälfte der Strecke zündete, erreichte ich Echterdingen mit der exakt gleichen Restreichweite wie tags zuvor, als ich den Turbo erst nach 2/3 der Strecke aktivierte. Muss ich das verstehen? Die nächste Fahrt werde ich von Beginn an den Turbo zünden. Mal sehen wie weit ich kommen werde.

Zusammenfassung: Die Akku-Kapazität ist für meine Pendlerstrecke ausreichend dimensioniert. Und das ist gut so. Ob das auch noch im Herbst bei kühlen Temperaturen oder nach 10.000 km gilt wird sich zeigen. Jetzt allerdings muss ich mir über die Anschaffung einer zusätzlichen Batterie keine Gedanken machen. Ich bin guter Dinge und absolut happy wegen der echt tollen Fahreigenschaften.

Nachtrag 08.06.2018: Heute bin ich zum wiederholten Male mit 100% im Turbo-Modus (größte Unterstützungsstufe) zur Arbeit gefahren. Die Restreichweite war mit 2 km angegeben. Die 500 Wh Akku-Kapazität reichen also aus.

 

Hurra, Hurra, die Wandlung die ist da!

Ok, vor 4 Wochen, als ich den Motorschaden meinem Verkäufer meldete, hatte ich auch das Thema einer Wandlung angesprochen. Also, ich gebe das E-Bike zurück, und erhalte im Gegenzug vom Hersteller den Kaufpreis abzüglich eines Nutzungsentgelts. Der Verkäufer reagierte von Anfang an sehr kooperativ und verständnisvoll. Er würde sich sofort darum kümmern und seinen Techniker darauf ansetzen. Nach einem weiteren konstruktiven Gespräch mit diesem kamen wir überein, dass nach erfolgreicher Wandlung der Betrag auf den Kauf eines neuen E-Bikes angerechnet werden würde. Das war für mich kein Problem, im Gegenteil, hatte ich doch das Gefühl dort sehr gut aufgehoben zu sein. In der Zwischenzeit konnte ich mir ausgiebig Gedanken über das Neue  machen. Von Riese & Müller hatte ich bei meinen Reparaturbesuchen in Stuttgart schon jede Menge Gutes gehört. Das „Charger“ und „Roadster“ bin ich in der 25-km-Variante zur Probe gefahren. Das „Charger“ fühlte sich sehr nach Wohnzimmer an, bequem, robust,  stufenlose Nabenschaltung. Alles gut, eigentlich, aber das Roadster stach mir sofort ins Auge. Sportlich, direkt, dynamisch, giftig. Das sollte es werden.

Gestern Abend kam der Anruf und … „Applaus“, „Applaus“ die Wandung war erfolgreich und der für das neue E-Bike angerechnete Betrag beträgt 80% des damaligen Kaufpreises. Super. Darauf hatte ich gehofft. Heute Morgen habe ich das Roadster telefonisch geordert.

Erster Kettenwechsel nach 2250 km

Letzte Woche hatte er sich bereits angekündigt. Bei einer Fahrt von der Arbeit nach Hause konnte ich den größten Gang (11-Ritzel ) nicht mehr einlegen bzw. nach Einlegen sprang die Kette unverzüglich auf das 13-Ritzel über. Wegen „eiernder“ Drehbewegungen des Ritzels, welche ich während der Fahrt beobachten konnte, hoffte ich, dass sich das Ritzel von der Kassette nur gelockert hatte und es nach Arretierung wieder voll funktionstüchtig sein würde. So war es auch. Am Abend hatte ich es wieder festgemacht und tags darauf war ich damit wieder unterwegs.

Allerdings würde es nicht schaden sich mit entsprechenden Ersatzzeilen zu bevorraten. Nach 2000 km und der Kraft des Mittelmotors sollte die Kette bereits abgenutzt sein. Ich bestellte im Internet eine Kette, Kassette und Bremsbeläge. Eine Kettenlehre besorgte ich mir vom Bike-Händler in der Nähe. Wie ich es mir gedacht hatte -> die Kettenlehre fiel ohne Widerstand zwischen die Kettenglieder, was einen Kettentausch zeitnah notwendig macht.

Gestern, wiederum bei der Heimfahrt konnte ich den 10-Gang erneut nicht benutzen. Gestern kam aber auch das Päckchen mit den Ersatzteilen. Das nenne ich Timing!!

Die Reparatur bzw. den Austausch der Ersatzteile konnte ich problemlos durchführen, was mich verblüffte (Irgendwo hakt es doch immer!?). Nachdem ich die Kette auf die gleiche Länge wie die alte Kette um einige Glieder kürzte ließ sie sich mit dem beigefügten MissingLink-Verschlussglied durch Pedaldruck anstandslos schließen. Es folgte der Austausch der Kassette und die Montage der Bremsbeläge der Hinterradbremse. Letzteres war ein wenig fummelig. Den Bremssattel musste ich abmontieren und erst nachdem ich die Kolben komplett versenkt hatte, konnten die Doppelbeläge eingebracht werden.

Zum Schluss der Reparaturarbeiten wollte ich mir noch vordere Kettenblatt ansehen. Wie ist der Zustand? Wie sieht es aus? Kann ich das selbst austauschen? Wie geht das mit dem „Spider“? Brauche ich Spezialwerkzeug? Diese Fragen trieben mich an. ….. und blieben unbeantwortet!!! Da es bereits bei der Demontage der Kurbel scheiterte:

Ich denke ich brauche einen Kurbelabzieher. Aber welchen? Wie geht es dann weiter. Wie löse ich die 4 Schrauben am Kettenblatt? Was ist der Spider?

Vielleicht kann mir jemand aus dem Netz die notwendigen Informationen zur Durchführung der Arbeitsschritte zukommen lassen.

Wäre toll!

Bleibt noch die Berechnung der laufenden Ersatzteilkosten pro 100 km:

80 € Ersatzteilkosten nach 2250 km ergeben durchschnittliche Kosten pro 100 km von 80 € / 22,5 = 3,5 €.