Der Sturz

Mit der Abschlussfahrt am 23.12. wollte ich die 7000-er Marke knacken. Laut Wetterbericht sollte es teilweise glatt sein, bei Temperaturen von 1 – 9 Grad. Keine optimalen Voraussetzungen. Nachdem ich die ersten Kilometer ohne erkennbare Beeinträchtigung wegen Glätte zurückgelegt hatte, habe ich vermutlich unterbewusst den „keine Gefahr Schalter“ umgelegt und bin wie immer zügig  drauf los geradelt. Ein zu überquerender Kreisverkehr wurde mir zum Verhängnis. Bis ich kapierte, wie mir geschah, war es auch schon zu spät und mein Körper schlug auf der Fahrbahn auf. Sofort verspürte ich Schmerzen in beiden Handgelenken. Wie von der Tarantel gestochen stand ich auf, als ob ich dadurch den Sturz ungeschehen machen könnte. Keine Chance.

Einige Stunden später wurden aufgrund der Bilder vom CT Brüche und Prellungen in beiden Handgelenken diagnostiziert. Einer OP musste ich mich glücklicherweise nicht unterziehen lassen. Seither sind beide Hände in Gips.

Was bleibt: ungläubiges Kopfschütteln, schmerzhafte Erinnerungen und die Erfahrung der Verwundbarkeit.

Rückblick auf mein erstes „elektrisches“ Jahr 2016

Vor einem Jahr hatte ich mir ein S-Pedelec zugelegt. Warum? Gesünder leben, Geld sparen, ökologischen Fußabdruck verkleinern, keine Staus, weniger Stress, Natur erleben …. Ich hatte den Eindruck diesen Schritt versuchen zu müssen. Mit dem Rad zur Arbeit bin ich zwar schon vorher gefahren, aber wegen der Entfernung von 40 km waren es doch überschaubar wenige Fahrten. Mit elektrischer Unterstützung  sollte es aber nicht die Ausnahme bleiben, sondern zur Regel werden.

Um es vorwegzunehmen, es wurde die Regel. Ich habe bis jetzt 7000 km zurückgelegt, und es macht Spaß. Nach den ersten Wochen hatte ich den Dreh raus. Das allabendliche Vorbereiten der Klamotten, das Laden des Akkus, die Überprüfung und Instandhaltung des Bikes wurden zur Routine. Nach und nach optimierte ich die Strecke in Bezug auf Länge und Ergonomie. Außerhalb geschlossener Ortschaften gab ich Radwegen den Vorzug. Insgesamt bin ich 94 Mal mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Derzeit allerdings fahre ich kaum, bei Minustemperaturen lasse ich es bleiben. Etwa 550€ an Benzinkosten konnte ich einsparen. Wenn ich die im Beitrag „Kosten-Nutzen-Rechnung“ berechnete Auto-Abnutzungsersparnis von 0,1€/km zusätzlich berücksichtige, hätte ich folglich weitere 700€ indirekt eingespart. Na ja, darüber lässt sich bestimmt trefflich streiten. Macht aber nichts. Sicher ist, dass ich neben den bereits oben beschriebenen Vorteilen zusätzlich noch Geld spare. Und das nicht zu knapp.

Nun zum Kalkhoff Endeavour S10. Ich hatte es mir wegen des meiner Meinung nach guten Preis / Leistungsverhältnisses gekauft. Es war das 2015er Modell, war also nicht das neueste und so kam ich in den Genuss eines nicht unerheblichen Preisnachlasses. Ich muss gestehen dass ich mir relativ wenige bis gar keine Gedanken über die Motorvarianten (Mittelmotor, Nabenmotor, Bosch, Impuls, Yamaha usw.) gemacht hatte. Ich wollte erstmal nicht zu viel Geld investieren. Allerdings sollte der Akku die Strecke zur Arbeit bewältigen. Der Impuls-Motor versprach dies mit seinen 350 Watt Leistung und einer Akkukapazität von 612 Wh zu bewältigen.

Richtig Spaß macht das Endeavour S10 im „Power+Sport“-Modus, das ist der höchste von 4 zur Verfügung stehenden Unterstützungsmodi. Die Reichweite beträgt im Sommer um die 40 km. Folglich hatte ich relativ schnell ein 2. Ladegerät geordert und im Geschäft zum Nachladen deponiert. Somit konnte ich im Sommer stets volle Pulle powern, und zur kälteren Jahreszeit zumindest noch 80% der Wegstrecke.

Der Verschleiß an Material und Reifen hielt sich meiner Meinung nach in akzeptablen Grenzen. Kette, Kassette und Bremsbeläge müssen so etwa alle 3000 km gewechselt werden. Dieser Wert scheint mir für einen Mittelmotor in Ordnung zu sein. Den Hinterradreifen hatte ich erst nach knapp 6500 km gewechselt. Bremsen von Magura (M5), Schaltkomponenten von XT, alles super. Rahmen- und Fahrstabilität passt. Das Vorderlicht sollte meiner Meinung nach durch ein stärkeres ersetzt werden oder durch eine Helmlampe oder ähnliches verstärkt werden. Gerade bei Regen, Nässe oder Nebel bei Morgengrauen und bei Abenddämmerung fühlte ich mich „verloren“.

Ich hatte dieses Jahr 2 Motor- bzw. Getriebeschäden zu beklagen! Außerdem einen Defekt an der Hinterradfelge. Die Schäden wurden im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistungsfrist behoben, durch Reparatur oder Austausch. Während der Reparaturzeiten musste ich das Auto für meine täglichen Fahrten zur Arbeit benutzen. Und das nervte, ohne Ende. Alternativ mit den Öffentlichen zu fahren wäre wegen der Verbindungsdauer von 1:45 Std. auch kein Vergnügen gewesen.

Fazit: Ich habe den Kauf des S-Pedelecs in keiner Sekunde bereut, im Gegenteil, es hat meinen Alltag bereichert. Das Experiment ist gelungen. Das Auto hat an Wahrnehmung und Bedeutung für mich verloren. Ich möchte dazu ermuntern es mir gleich zu tun und dem Fahrrad mit oder ohne Hilfsmotor im Alltag eine größere Rolle zu schenken.

Ausblick: Nächstes Jahr werde ich bestimmt nicht weniger mit dem E-Bike pendeln, eher öfter. Ob ich mich von meinem Auto trennen werde und ich den mobilen Alltag gänzlich mit Rad oder den Öffentlichen bestreiten werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Reizen würde mich dieser Schritt sehr. Allerdings würde ich mir dann als Ersatz bei zukünftigen „Boxenstopps“ (ich befürchte dass der letzte Motor/Getriebedefekt nicht der letzte gewesen sein wird) ein Zweites E-Bike leisten wollen. Lust dazu hätte ich sehr. Schon jetzt „wälze“ ich täglich die Internetseiten der S-Pedelec-Hersteller.

!Guten Rutsch und ein gesundes 2017!

Unfreiwilliger Boxenstopp

Letzten Freitag bei der Heimfahrt, speziell bei langsamen Passagen, bemerkte ich dieses schwammige Fahrgefühl, regelmäßig, pro Radumlauf. Wie sich zu Hause herausstellte, war die Ursache nicht, wie zuerst vermutet, ein Speichenbruch, sondern die Felge. 2 Ösen hatten sich von der Hinterradfelge gelöst, die Speichen hingen ohne Spannung durch. Suuuuuper! Ist das nach 6800 km auf einfachem Terrain normal? Am Wochenende habe ich mich dann erst einmal darüber informiert, ob eine Reparatur sinnvoll und durchführbar ist und was ein neues Laufrad kostet und vor allem wo ich ein solches am schnellsten her bekomme. Ein Fahrradhändler in Göppingen bestätigte meine Befürchtung mit der Aussage „die Felge ist durch!“.

Nun gibt es zwar haufenweise Laufräder zu kaufen, allerdings darf ein S-Pedelec nicht mit jeder x-belieben Felge ausgerüstet werden, so glaube ich. Es muss eine Hohlraumfelge sein, sie sollte stabil, 2-fach geöst und mit entsprechend starken Speichen und Nippeln gespannt sein.

Da ich nicht genau weiß, ob mit dem Einbau einer anderen als vom Hersteller verwendeten Felge die Betriebserlaubnis erlischt oder, was noch viel schlimmer wäre, ich mich durch einen Felgenbruch in unmittelbare Gefahr für Leib und Leben bringe, habe ich meine Recherchen nun erst einmal beendet und mich an meinen Händler gewandt, mit der Bitte das Laufrad im Rahmen der Gewährleistung zu ersetzen. Eine Antwort steht noch aus.

Ist echt bitter. Da zeigt sich der November von seiner schönsten Seite, milde Temperaturen, trocken, und was mache ich? Ich benutze das Auto, echt ätzend. Falls ich mich nächstes Jahr tatsächlich von diesem trennen werde, kann und möchte ich mir solche „Pausen“ nicht mehr leisten. Ich würde zwar aktuell auch nicht bei jedem Wetter im Herbst und Winter mit dem E-Bike pendeln, aber 2 mal die Woche wären realistisch, sofern die Temperaturen über 0° liegen.

Um zukünftig also länger anhaltende, ungewollte Pausen zu vermeiden, führt der Weg an der Anschaffung eines 2. E-Bikes nicht vorbei. Doch bis dahin werden noch einige Monate ins Land ziehen.

Nun hoffe ich auf eine zeitnahe Lösung des Problems und auf einige Hundert Fahrkilometer, noch in 2016.

Nachtrag, Freitag 25.11.2016: Um die Schäden zu dokumentieren, habe ich die Felge gestern gereinigt und fotografiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass an fast jedem 2. Speichenloch feine Risse vorhanden sind, und dass sich dort bereits die Ösen zu lösen beginnen. Ich denke, dass das definitiv auf Materialschäden deutet.

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Endspurt – 2016

Kalt, nass und dunkel, so könnte ich die letzten Fahrten zur Arbeit und zurück beschreiben. Es kostet mich immer mehr Überwindung das Fahrrad an Stelle des Autos zu benutzen. Da wären zum einen die  ungemütlichen Witterungsverhältnisse. Dann brauche ich sehr viel Zeit damit mich für die tägliche Fahrt vorzubereiten. War es im Sommer ausreichend in kurzer Fahrradhose und Trikot zu fahren, zwänge ich mich nun in lange Funktionsunterwäsche, lange Fahrradhose, Pullover, Jacke, Handschuhe und manchmal noch Regenhose, Regenjacke und Regenüberschuhe. Zum Schluss noch ein Funktionstuch für den Hals- und Ohrenbereich und eine Sturmhaube unter dem Helm. Letzterer, welchen ich mir vor eine paar Wochen zugelegt habe (Cratoni, S-Pedelec Helm mit Motorradzulassung), hat sich in Punkto Tragekomfort, Witterungsschutz und gefühlter Sicherheit bewährt. Ich möchte ihn nicht mehr missen. Damit ich nicht vollends die Lust am Biken verliere, verringere ich die Anzahl der Fahrten pro Woche auf 2 von 4 möglichen Tagen. Für die  verbleibenden Fahrten benutze ich das Auto, wobei ich die Fahrten als sehr stressig und unangenehm empfinde (B10 und BAB8), allerdings mit dem erfreulichen Ergebnis, tags darauf wieder gerne das Rad zu benutzen.

Nächstes Jahr möchte ich mein Auto verkaufen und ganzjährig mit dem E-Bike oder falls nötig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Arbeit pendeln. Die einfache Fahrt mit Regionalbahn und anschließend mit der S-Bahn beträgt zwar 1,45 Stunden, allerdings könnte ich diese stressfrei und sinnvoller verbringen. Das Ticket (hin und zurück) kostet 15€.

Wie oft ich das E-Bike im kommenden Winter benutzen werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Bei Plus-Temperaturen spricht eigentlich nichts dagegen. Allerdings bereitet mir der Akku Sorgen. Der Power-Modus schafft die Stecke zur Arbeit nicht mehr vollständig. Um nicht liegen zu bleiben, benutze ich aktuell auf meiner Strecke für etwa 5 km den „langsameren“ Sport-Modus. Zur Erinnerung: Es gibt 4 Unterstützungsmodi. Der erste, „Eco“ ist eine bessere Schiebehilfe, kann man vergessen. Beim Sport-Modus ist der Eigenanteil an Kraft, der für ein Vorankommen mit durchschnittlich 30 km/h aufgebracht werden muss, sehr hoch. Zum Pendeln > 30 km/h eher ungeeignet, da sehr anstrengend. Der Power-Modus ist ein Genuss, allerdings schaffe ich wie  erwähnt aktuell keine 40 km mehr am Stück. Der Power-Sport-Modus würde richtig Spaß machen, leert den Akku allerdings bereits nach etwa 25 km.

Wenn der Akku die nächsten Monate weiter ähnlich stark abbaut, habe ich spätestens in einem Jahr ein Problem.

5 0 0 0 km

Ich bin stolz auf mich (Super, Klatschen, Ohle-oleoleoleee) wegen der zurückgelegten 5000 Kilometer und präsentiere heute ein paar Zahlen und Fakten:

– Aktueller km Stand: 5032 km
– Durchschnittsgeschwindigkeit insgesamt: 32,4 km/h
– Benzinkostenersparnis: 390€
– CO2-Ersparnis: 780 kgC02
– 2 Reparaturen (1 Motorwechsel, 1 Motorreparatur)
– Noch kein Reifenwechsel
– 1. Ketten- und Kassettenwechsel bei 2250 km
– 2. Ketten- und Kassettenwechsel noch nicht notwendig
– Hintere Bremsbeläge gewechselt bei 2250 km, nächster Wechsel aktuell fällig
– Vordere Bremsbeläge gewechselt bei 3900 km
– Akku-Anzeige der Restreichweite bei 100% Ladezustand etwa 20% weniger als aktuell (60 km am 09.03.16 gegenüber 48 km heute)
– Akku-Leistung insgesamt etwa um 10% gefallen
– Anzahl Pendlerfahrten 2016 mit dem E-Bike: 60

Es läuft!

Einziger Wermutstropfen sind die Motorreparaturen und das Gefühl dass die letzten beiden nicht die einzigen gewesen sein werden. Nun hoffe ich wenigstens dieses Jahr von einem weiteren verschont zu bleiben. Wie weit sich die Akku-Leistungsfähigkeit in der kommenden kälteren Jahreszeit reduziert bleibt ein weiteres spannendes Thema.

Hurra, ich „ebike“ wieder!!!

Endlich! Am Wochenende konnte ich das Rad von der Werkstatt abholen und gestern (16.08..2016) bin ich nach 3 wöchiger Abstinenz wieder zur Arbeit gependelt. Wider Erwarten wurde der Motor nicht getauscht, sondern lediglich defekte Bauteile ersetzt. Eigentlich wollte ich bereits wieder vor einer Woche pendeln. Auf dem Versandweg der Motoreinheit nach Cloppenburg zu Derby /Cycle kam es allerdings zu Verzögerungen.

Generell möchte ich den professionellen Umgang der Reklamation des Fahrradhändlers mit Sitz bei Dresden und der Aus- und Einbau der Motoreinheit in einer Stuttgarter Werkstatt lobend erwähnen. Stets hatte ich den Eindruck dass mir „geholfen werden wollte“. Die Kommunikation war konstruktiv und zielführend.

Nun aber zur ersten Fahrt. Der Motor schnurrt wie eine Katze. Der Motor ist durchzugsstärker wie vorher. Es kommt mir zumindest so vor, dass die Unterstützungsstufen höhere Schubkraft besitzen. Gestützt werden kann diese These auch durch die gesunkene Restreichweite bzw. angestiegenen Stromverbrauch. Heute Morgen habe ich die Strecke durchgehend im „Power“-Modus zurückgelegt. Fuhr ich vor der Reparatur fast ausschließlich im „Power-Sport“-Modus, weil ich den Schub im „Power“- Modus als zu gering empfand, ist letzterer nun völlig ausreichend. Die Restreichweite von 6 km stützt diese These ebenso. Vor der Reparatur hatte ich nach zurückgelegten 40km im „Power-Sport“-Modus kaum weniger Restreichweite, bei identischen Temperaturen.

Des Weiteren habe ich festgestellt dass sich der Tretwiderstand verstärkt hat, und zwar genau dann wenn man nach einer kurzen Tretpause wieder Fahrt aufnehmen will. Ich spüre dann ein „Ruckeln“ bzw. kurzes Nachschlagen, welches sofort wieder verschwindet. Dieser Widerstand lässt sich auch beim Runterschalten aus hoher Kadenz reproduzieren. In diesem Fall blockt die Kurbel für einen kurzen Moment.

Ich werde es weiter beobachten und berichten.

Jetzt freue ich mich aber erst einmal darüber, dass ich wieder Radeln kann und hoffe auf ein Motor- bzw. Getriebeschaden freies restliches 2016. Bis zum Winter möchte ich noch 2000 km zurücklegen.

Es ist wieder da !!!!

Gestern, am Donnerstag, den 14.07.16, ich war erst 2 km auf der Heimfahrt unterwegs, meldete sich das Motorgeräusch wieder zurück. Eindrucksvoller und lauter als das letzte Mal, und das liegt immerhin bereits 3000 km zurück. Am Fahrradcomputer gibt es eine Balkenanzeige, welche den aktuellen Grad der Motorunterstützung anzeigt. Ab 50% setzt das Geräusch ein, lauter werdend mit wachsendem Unterstützungsgrad. Da ich derzeit fast ausschließlich mit maximaler Unterstützungsstufe unterwegs bin, war der Lärm durchgehend bis nach Hause zu vernehmen. Heute Morgen bei der Fahrt ins Geschäft setzte das Geräusch ebenfalls nach kurzer Zeit ein und blieb die ganze Strecke über vorhanden und sehr laut. Echt Kacke!!!! Ich dachte dass sich das mit dem Motorgeräusch endgültig erledigt hätte, nachdem es über 3000 km nicht mehr aufgetreten war. Sehr merkwürdig. An meinem Fahrstil kann es nicht liegen, ihn habe ich nicht verändert.

Ich hoffe dass es zeitnah wieder verschwindet. Denn ein Dauerzustand ist das nicht!!!!

Nachtrag (20.07.2016): Das Motorknattern (das Geräusch ist vergleichbar mit einer Schar schnatternder Gänse oder dem Betätigen einer Rätsche) verstärkt sich mit der Kraft, mit welcher das Pedal getreten wird. Also habe ich gestern den Versuch unternommen, ausschließlich die zweitstärkste Unterstützungsstufe zu benutzen und die Kraft des Pedaldrucks möglichst gering zu halten. Kaum zu glauben aber bis auf ein paar wenige Bergauf-Passagen konnte ich ohne knattern biken. Allerdings ist das keine dauerhafte Lösung. Die Geschwindigkeit war stets unter 40km/h, Beschleunigungswert katastrophal, Spaßfaktor nicht existent. Bis zum Wochenende möchte ich dieses Experiment noch weiterführen. Falls es dann immer noch nicht möglich ist, den Power-Sport-Modus ohne Geräuschentfaltung zu benutzen, werde ich den Fahrradhändler zwecks Motortausch kontaktieren. Sounddatei folgt.

Nachtrag (21.07.2016): Das Knattern hat sich leider nicht verabschiedet. Im Gegenteil. Heute konnte ich sogar mit absolut defensiver Fahrweise den Lärm kaum verhindern. Ich gebe auf und werde den Händler informieren. Anbei noch 2 Sounddateien, heute aufgenommen, einmal auf der Ebene mit höchstem Unterstützungsmodus und einmal am „Hausberg“ mit „Sport“-Unterstützung.

Der Link von Alex‘ Kommentar ist äußerst interessant. Falls ich den neuen Reparaturservice die kommenden Jahre in Anspruch nehmen muss, werde ich berichten. Ein vereinfachter und effizienter Motorreparaturservice ist bestimmt ein wichtiger Schritt in Richtung Kundenbindung  und Kundenservice.

Nachtrag (22.07.2016): Aus und vorbei. Bin heute Morgen gerade noch so ins Geschäft gekommen. Auf halber Strecke gesellten sich zum Knattern auch starke Vibrationen und das Geräusch loser Getriebeteile dazu. Der Tretwiderstand hat zugenommen, die Leistung abgenommen. Bin dann äußerst vorsichtig weitergefahren, jederzeit damit rechnend, dass der Motor blockiert. Ich denke mal das war’s. Den Fahrradhändler habe ich via Email informiert. Bleibt nur noch die Heimfahrt, äh … 40 km.

Nachtrag (28.07.2016): Irgendwie bin ich dann doch noch nach Hause gekommen. Ich traute mich nur noch die ECO-Unterstützung benutzen, teilweise bin ich ohne Motor gefahren. Hauptsache zu Hause ankommen, war die Devise, egal wie lange es dauert. Wenige Kilometer vor dem Ziel verabschiedete sich der Motor bzw. das Getriebe dann endgültig. Der Computer zeigte 4188 km an. Folglich hat der Motor etwa 3700 km durchgehalten. Das Rad ist inzwischen in der Werkstatt. Reklamation kein Problem. Finde ich super. Im Verkaufsraum war ein Stromer ST1 ausgestellt und … hat schon was, sehr beeindruckend. Vielleicht eine Option für die Zukunft. Zuerst will ich aber den Beweis antreten, dass das Pendeln mit dem Fahrrad (bis auf ein paar wenige Wochen im Winter abgesehen) eine absolut machbare Alternative zum Auto darstellt. Dann wäre der nächste logische Schritt sich vom Auto als Pendlerfahrzeug zu trennen. Durch diese Einsparung wäre die Finanzierung eines High-End E-Bikes ein leichtes. Aber langsam … ein Kurbeltritt nach dem anderen.

Erster Kettenwechsel nach 2250 km

Letzte Woche hatte er sich bereits angekündigt. Bei einer Fahrt von der Arbeit nach Hause konnte ich den größten Gang (11-Ritzel ) nicht mehr einlegen bzw. nach Einlegen sprang die Kette unverzüglich auf das 13-Ritzel über. Wegen „eiernder“ Drehbewegungen des Ritzels, welche ich während der Fahrt beobachten konnte, hoffte ich, dass sich das Ritzel von der Kassette nur gelockert hatte und es nach Arretierung wieder voll funktionstüchtig sein würde. So war es auch. Am Abend hatte ich es wieder festgemacht und tags darauf war ich damit wieder unterwegs.

Allerdings würde es nicht schaden sich mit entsprechenden Ersatzzeilen zu bevorraten. Nach 2000 km und der Kraft des Mittelmotors sollte die Kette bereits abgenutzt sein. Ich bestellte im Internet eine Kette, Kassette und Bremsbeläge. Eine Kettenlehre besorgte ich mir vom Bike-Händler in der Nähe. Wie ich es mir gedacht hatte -> die Kettenlehre fiel ohne Widerstand zwischen die Kettenglieder, was einen Kettentausch zeitnah notwendig macht.

Gestern, wiederum bei der Heimfahrt konnte ich den 10-Gang erneut nicht benutzen. Gestern kam aber auch das Päckchen mit den Ersatzteilen. Das nenne ich Timing!!

Die Reparatur bzw. den Austausch der Ersatzteile konnte ich problemlos durchführen, was mich verblüffte (Irgendwo hakt es doch immer!?). Nachdem ich die Kette auf die gleiche Länge wie die alte Kette um einige Glieder kürzte ließ sie sich mit dem beigefügten MissingLink-Verschlussglied durch Pedaldruck anstandslos schließen. Es folgte der Austausch der Kassette und die Montage der Bremsbeläge der Hinterradbremse. Letzteres war ein wenig fummelig. Den Bremssattel musste ich abmontieren und erst nachdem ich die Kolben komplett versenkt hatte, konnten die Doppelbeläge eingebracht werden.

Zum Schluss der Reparaturarbeiten wollte ich mir noch vordere Kettenblatt ansehen. Wie ist der Zustand? Wie sieht es aus? Kann ich das selbst austauschen? Wie geht das mit dem „Spider“? Brauche ich Spezialwerkzeug? Diese Fragen trieben mich an. ….. und blieben unbeantwortet!!! Da es bereits bei der Demontage der Kurbel scheiterte:

Ich denke ich brauche einen Kurbelabzieher. Aber welchen? Wie geht es dann weiter. Wie löse ich die 4 Schrauben am Kettenblatt? Was ist der Spider?

Vielleicht kann mir jemand aus dem Netz die notwendigen Informationen zur Durchführung der Arbeitsschritte zukommen lassen.

Wäre toll!

Bleibt noch die Berechnung der laufenden Ersatzteilkosten pro 100 km:

80 € Ersatzteilkosten nach 2250 km ergeben durchschnittliche Kosten pro 100 km von 80 € / 22,5 = 3,5 €.

Kosten – Nutzen – Rechnung

Ich wäre kein Schwabe, wenn ich nicht wissen wollen würde, wieviel Geld ich pro gefahrenen Kilometer gegenüber meinem Pkw spare bzw. wie lange es dauern wird bis sich die Investitionen in das E-Bike amortisieren. Also probiere ich es mal. Betrachten möchte ich zuerst einmal nur die offensichtlichen Kostenfaktoren „Energie“ und „Wertverlust pro Km Laufleistung“.

Pro 100 km verbraucht mein Peugeot 207 etwa 6,5 Liter E10. Das E-Bike braucht für die gleiche Strecke 2 Akkuladungen. Das wären also dann 2 mal 612 Wh, also ungefähr 1,3 kWh.

Nun möchte ich die Kilometer abhängige Abnutzung des Autos in Rechnung stellen. Ich nehme an, dass ich den Peugeot etwa 140000 km fahren werde, bevor ich ihn ersetze. Für jeden Kilometer, welchen ich mit dem E-Bike zurücklege, zögere ich folglich die Anschaffungskosten für den Neukauf hinaus und fahre Gewinne ein. Als Berechnungsgrundlage verwende ich die von mir angenommene Laufleistung von 140000 km. Bei einem ursprünglichen Kaufpreis von 15000 € (abzüglich einem Restwert von 1000 €) spare ich folglich 0,1 € für jeden nicht zurückgelegten PKW-Kilometer.

Weitere Aspekte, wie Steuern, Versicherung, Instandhaltung, technische Untersuchungen möchte ich in dieser Rechnung nicht berücksichtigen. Da ich mein Auto vorübergehend nicht stillegen lassen möchte, kann ich bei Steuern und Versicherungen keine Einsparungen ansetzen. Der TÜV wird ebenso fällig, unabhängig von der Laufleistung. Lediglich die Instandhaltung könnte ich noch berücksichtigen. Darauf verzichte ich. Es geht mir in dieser Rechnung nur um einen Richtwert.

Annahmen: 1 Liter E10 kostet 1,2€. 1 kWh kostet 0,25€

Pro 1000 km:

Energiekosten: Auto: 78,00 €

Energiekosten: E-Bike: 3,25€

Abnutzungsersparnis:   Auto: 100,00 €

Pro 1000 km spare ich folglich etwa 175 € Kosten ein. Nach etwa 15000 km hätten sich die Kosten für das E-Bike amortisiert.

Km Ersparnis Anzahl Akku-Vollladezyklen
80 (Pendlerstrecke) 14 2
400 70 10
1000 175 25
2500 437,5 63
5000 875 125
7500 1312,5 188

Ein Richtwert von 175€ pro 1000 km ist für mich mehr als zufriedenstellend und dient zusätzlich als Motivationsschub.

1000 KM

Die ersten 1000 km sind zurückgelegt, Zeit für ein erstes Resümee.

Ziel meines Experiments war und ist es die Alltagstauglichkeit eines Pedelecs bezüglich Berufspendeln von 40 km (einfache Strecke) zu untersuchen. Wegen der relativ weiten Entfernung zur Arbeit und da ich eine Durchschnittgeschwindigkeit von über 30 km/h anstrebte, hatte ich mich vor 5 Monaten für ein schnelles Pedelec entschieden. Damit war aber auch klar dass ich kein Fahrrad mein Eigen nennen durfte, sondern ein Kraftfahrzeug mit Versicherungspflicht. Fahrradwege würde ich folglich nur noch dann benutzen dürfen, wenn sie speziell für Krafträder ausgewiesen sein würden. Innerhalb geschlossener Ortschaften generell nicht. Es hatte einige Zeit und Fahrten gebraucht bis ich die für mich optimale Strecke identifiziert hatte. 40% Landstraße, 30% Radwege, 30% geteerte, für Landwirtschaft freie Straßen. Optimal heißt für mich möglichst wenig stark befahrene Straßen zu benutzen, selbst wenn sich daraus Umwege und „Rechtsunsicherheiten“ ergeben. Denn, was ich sehr schnell gelernt hatte war, dass ein E-Biker im Straßenverkehr von anderen motorisierten Verkehrsteilnehmern nicht wirklich gleichberechtigt wahrgenommen wird. Umso wichtiger ist es vorausschauend zu fahren und generell mit Fehlern anderer zu rechnen. Oft waren (und sind) Autofahrer mit der Einschätzung der Geschwindigkeit eines E-Bikes überfordert. Da wird schnell nochmal bspw. kurz vor einem Kreisverkehr überholt, oder rechts abgebogen ohne den Radweg zu beobachten. Wer als Radfahrer auf sein Recht pocht, liegt am Boden. Je eher der E-Biker das erkennt, umso sicherer und stressfreier ist er unterwegs.

Ursprünglich hatte ich die Hoffnung mit einer einzigen Akku-Ladung den Weg in die Arbeit und zurück zu schaffen. In der niedrigsten Unterstützungsstufe (Eco) ist das zwar möglich, allerdings ist der Kraftaufwand dafür zu groß. Inzwischen benutze ich generell die maximale Motorunterstützung „Power-Sport“, welche den Akku zwar nach etwa 50 km leert, den Fahrspaß allerdings maximiert. Mit wenig körperlicher Anstrengung bis auf knapp 40 km/h beschleunigt zu werden, macht einfach nur Spaß … und süchtig. Um das Ladegerät nicht ständig mit zu führen habe ich mir ein zweites gekauft und auf der Arbeit deponiert. Für eine Strecke benötige ich etwa 1 Stunde und 10 Minuten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt irgendwo zwischen 30 und 35 km/h.

Über die hochwertige Ausstattung des Endeavour S10 und das stets sichere Handling habe ich mich bereits in früheren Beiträgen durchwegs positiv geäußert. Das bisweilen nervige Motorknackgeräusch ist fast völlig verschwunden. Geändert habe ich meinen Fahrstil. Rechtzeitig und vorausschauend „runterschalten“, insgesamt harmonisch (rund) treten, bei maximalem Motorunterstützungsgrad.

Fazit: Das Kalkhoff Endeavour S10 erfüllt die Anforderungen an ein Pendler E-Bike zu 100%. Das Preis-Leistungsverhältnis ist optimal. Kauftipp! (vor allem da es Händler mit teilweise erheblichem Rabatt anbieten).