Rückblick auf mein erstes „elektrisches“ Jahr 2016

Vor einem Jahr hatte ich mir ein S-Pedelec zugelegt. Warum? Gesünder leben, Geld sparen, ökologischen Fußabdruck verkleinern, keine Staus, weniger Stress, Natur erleben …. Ich hatte den Eindruck diesen Schritt versuchen zu müssen. Mit dem Rad zur Arbeit bin ich zwar schon vorher gefahren, aber wegen der Entfernung von 40 km waren es doch überschaubar wenige Fahrten. Mit elektrischer Unterstützung  sollte es aber nicht die Ausnahme bleiben, sondern zur Regel werden.

Um es vorwegzunehmen, es wurde die Regel. Ich habe bis jetzt 7000 km zurückgelegt, und es macht Spaß. Nach den ersten Wochen hatte ich den Dreh raus. Das allabendliche Vorbereiten der Klamotten, das Laden des Akkus, die Überprüfung und Instandhaltung des Bikes wurden zur Routine. Nach und nach optimierte ich die Strecke in Bezug auf Länge und Ergonomie. Außerhalb geschlossener Ortschaften gab ich Radwegen den Vorzug. Insgesamt bin ich 94 Mal mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Derzeit allerdings fahre ich kaum, bei Minustemperaturen lasse ich es bleiben. Etwa 550€ an Benzinkosten konnte ich einsparen. Wenn ich die im Beitrag „Kosten-Nutzen-Rechnung“ berechnete Auto-Abnutzungsersparnis von 0,1€/km zusätzlich berücksichtige, hätte ich folglich weitere 700€ indirekt eingespart. Na ja, darüber lässt sich bestimmt trefflich streiten. Macht aber nichts. Sicher ist, dass ich neben den bereits oben beschriebenen Vorteilen zusätzlich noch Geld spare. Und das nicht zu knapp.

Nun zum Kalkhoff Endeavour S10. Ich hatte es mir wegen des meiner Meinung nach guten Preis / Leistungsverhältnisses gekauft. Es war das 2015er Modell, war also nicht das neueste und so kam ich in den Genuss eines nicht unerheblichen Preisnachlasses. Ich muss gestehen dass ich mir relativ wenige bis gar keine Gedanken über die Motorvarianten (Mittelmotor, Nabenmotor, Bosch, Impuls, Yamaha usw.) gemacht hatte. Ich wollte erstmal nicht zu viel Geld investieren. Allerdings sollte der Akku die Strecke zur Arbeit bewältigen. Der Impuls-Motor versprach dies mit seinen 350 Watt Leistung und einer Akkukapazität von 612 Wh zu bewältigen.

Richtig Spaß macht das Endeavour S10 im „Power+Sport“-Modus, das ist der höchste von 4 zur Verfügung stehenden Unterstützungsmodi. Die Reichweite beträgt im Sommer um die 40 km. Folglich hatte ich relativ schnell ein 2. Ladegerät geordert und im Geschäft zum Nachladen deponiert. Somit konnte ich im Sommer stets volle Pulle powern, und zur kälteren Jahreszeit zumindest noch 80% der Wegstrecke.

Der Verschleiß an Material und Reifen hielt sich meiner Meinung nach in akzeptablen Grenzen. Kette, Kassette und Bremsbeläge müssen so etwa alle 3000 km gewechselt werden. Dieser Wert scheint mir für einen Mittelmotor in Ordnung zu sein. Den Hinterradreifen hatte ich erst nach knapp 6500 km gewechselt. Bremsen von Magura (M5), Schaltkomponenten von XT, alles super. Rahmen- und Fahrstabilität passt. Das Vorderlicht sollte meiner Meinung nach durch ein stärkeres ersetzt werden oder durch eine Helmlampe oder ähnliches verstärkt werden. Gerade bei Regen, Nässe oder Nebel bei Morgengrauen und bei Abenddämmerung fühlte ich mich „verloren“.

Ich hatte dieses Jahr 2 Motor- bzw. Getriebeschäden zu beklagen! Außerdem einen Defekt an der Hinterradfelge. Die Schäden wurden im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistungsfrist behoben, durch Reparatur oder Austausch. Während der Reparaturzeiten musste ich das Auto für meine täglichen Fahrten zur Arbeit benutzen. Und das nervte, ohne Ende. Alternativ mit den Öffentlichen zu fahren wäre wegen der Verbindungsdauer von 1:45 Std. auch kein Vergnügen gewesen.

Fazit: Ich habe den Kauf des S-Pedelecs in keiner Sekunde bereut, im Gegenteil, es hat meinen Alltag bereichert. Das Experiment ist gelungen. Das Auto hat an Wahrnehmung und Bedeutung für mich verloren. Ich möchte dazu ermuntern es mir gleich zu tun und dem Fahrrad mit oder ohne Hilfsmotor im Alltag eine größere Rolle zu schenken.

Ausblick: Nächstes Jahr werde ich bestimmt nicht weniger mit dem E-Bike pendeln, eher öfter. Ob ich mich von meinem Auto trennen werde und ich den mobilen Alltag gänzlich mit Rad oder den Öffentlichen bestreiten werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Reizen würde mich dieser Schritt sehr. Allerdings würde ich mir dann als Ersatz bei zukünftigen „Boxenstopps“ (ich befürchte dass der letzte Motor/Getriebedefekt nicht der letzte gewesen sein wird) ein Zweites E-Bike leisten wollen. Lust dazu hätte ich sehr. Schon jetzt „wälze“ ich täglich die Internetseiten der S-Pedelec-Hersteller.

!Guten Rutsch und ein gesundes 2017!