Endspurt – 2016

Kalt, nass und dunkel, so könnte ich die letzten Fahrten zur Arbeit und zurück beschreiben. Es kostet mich immer mehr Überwindung das Fahrrad an Stelle des Autos zu benutzen. Da wären zum einen die  ungemütlichen Witterungsverhältnisse. Dann brauche ich sehr viel Zeit damit mich für die tägliche Fahrt vorzubereiten. War es im Sommer ausreichend in kurzer Fahrradhose und Trikot zu fahren, zwänge ich mich nun in lange Funktionsunterwäsche, lange Fahrradhose, Pullover, Jacke, Handschuhe und manchmal noch Regenhose, Regenjacke und Regenüberschuhe. Zum Schluss noch ein Funktionstuch für den Hals- und Ohrenbereich und eine Sturmhaube unter dem Helm. Letzterer, welchen ich mir vor eine paar Wochen zugelegt habe (Cratoni, S-Pedelec Helm mit Motorradzulassung), hat sich in Punkto Tragekomfort, Witterungsschutz und gefühlter Sicherheit bewährt. Ich möchte ihn nicht mehr missen. Damit ich nicht vollends die Lust am Biken verliere, verringere ich die Anzahl der Fahrten pro Woche auf 2 von 4 möglichen Tagen. Für die  verbleibenden Fahrten benutze ich das Auto, wobei ich die Fahrten als sehr stressig und unangenehm empfinde (B10 und BAB8), allerdings mit dem erfreulichen Ergebnis, tags darauf wieder gerne das Rad zu benutzen.

Nächstes Jahr möchte ich mein Auto verkaufen und ganzjährig mit dem E-Bike oder falls nötig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Arbeit pendeln. Die einfache Fahrt mit Regionalbahn und anschließend mit der S-Bahn beträgt zwar 1,45 Stunden, allerdings könnte ich diese stressfrei und sinnvoller verbringen. Das Ticket (hin und zurück) kostet 15€.

Wie oft ich das E-Bike im kommenden Winter benutzen werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Bei Plus-Temperaturen spricht eigentlich nichts dagegen. Allerdings bereitet mir der Akku Sorgen. Der Power-Modus schafft die Stecke zur Arbeit nicht mehr vollständig. Um nicht liegen zu bleiben, benutze ich aktuell auf meiner Strecke für etwa 5 km den „langsameren“ Sport-Modus. Zur Erinnerung: Es gibt 4 Unterstützungsmodi. Der erste, „Eco“ ist eine bessere Schiebehilfe, kann man vergessen. Beim Sport-Modus ist der Eigenanteil an Kraft, der für ein Vorankommen mit durchschnittlich 30 km/h aufgebracht werden muss, sehr hoch. Zum Pendeln > 30 km/h eher ungeeignet, da sehr anstrengend. Der Power-Modus ist ein Genuss, allerdings schaffe ich wie  erwähnt aktuell keine 40 km mehr am Stück. Der Power-Sport-Modus würde richtig Spaß machen, leert den Akku allerdings bereits nach etwa 25 km.

Wenn der Akku die nächsten Monate weiter ähnlich stark abbaut, habe ich spätestens in einem Jahr ein Problem.